Allgemeines

„Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angesammelt und will sie ausleiten.“ (Paracelsus)

Ausgehend davon, dass eine enge Wechselbeziehung zwischen Hautoberfläche und Körperinnerem besteht, nutzen diverse naturheilkundliche Ableitungs- und Ausleitungsverfahren die Haut als Therapieorgan für unterschiedliche Krankheitsbilder.

Über das Setzen von Reizen auf der Haut soll der Abtransport und die Ausscheidung schädlicher Stoffe (Toxine, Schmerz- und Entzündungsmediatoren) angeregt sowie auch der Abbau lokaler Stauungen der Körpersäfte und Energieblockaden gefördert werden. Diese Entschlackung oder „Ausleitung“ kann auf mehreren Mechanismen beruhen:

  • einer verstärkten Durchblutung (Hyperämie) bzw. Lymphdrainage der behandelten Körperregion
  • einer Verbesserung der Stoffwechselsituation im Bindegewebe
  • ggf. einem Austritt von Blut oder Exsudat aus der behandelten Hautfläche (je nach Therapieverfahren)
  • der reflektorischen Anregung der Ausscheidungsorgane über die Behandlung spezifischer Hautreflexzonen

 

Das Baunscheidt-Verfahren

ist eine Hautreiztherapie, bei der über leichtes Sticheln von Hautarealen mit einem speziellen Nadelgerät und nachfolgendes Einreiben eines Reiz-Öls eine Quaddel- oder Pustelbildung und Rötung der so behandelten Haut hervorgerufen wird. Die therapeutische Wirkung geht einher mit einer gesteigerten Durchblutung, vermehrtem Lymphfluss und damit erhöhter Ausleitung von Schmerzmediatoren. Nach Abklingen des die Ölauftragung begleitenden Juckreizes wird das behandelte Gewebsareal meist als angenehm warm und gut durchblutet empfunden.


Mikroaderlass mit Pflaumenblütenhämmerchen

Das „Pflaumenblütenhämmerchen“ wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Es ist - ähnlich den Baunscheidt-Instrumenten – ein kleines Nadelgerät, mit dem Hautzonen mittels Klopfbewegungen leicht angestichelt werden. Je nach Stimulations- bzw. Klopfstärke führt diese Behandlung von einer leichten Hautrötung bis hin zu einer leichten Papelbildung bzw. geringfügigen Hautblutung.

Über eine leichte bis mittlere Stimulation von Organbezugszonen auf der Haut sollen die entsprechenden Körperfunktionen gestärkt und aktiviert und der Energiefluss gefördert werden.

Eine starke Hautstimulation wird angewandt, um energetische Blockaden zu beseitigen und Füllezustände aus dem behandelten Gewebsareal, dem zugehörigen Meridian oder dem der Behandlungszone zugeordneten Organ abzuleiten.


Das trockene Schröpfen

auch als unblutiges Schröpfen bezeichnet, wird ebenfalls den Ab- und Ausleitungsverfahren zugeordnet. Das trockene Schröpfen wird in erster Linie als tonisierend erachtet. Bei dieser Therapieform werden Schröpfgläser, in denen ein leichter Unterdruck erzeugt wurde, als Saugglocke auf die Haut aufgesetzt. Der auf das Haut- bzw. Bindegewebe einwirkende Saugeffekt bewirkt lokal eine vermehrte Durchblutung mit kleineren Blutaustritten ins Gewebe und eine Stoffwechselsteigerung.

Über den Einsatz dieser Hautreiztechnik an Reflexzonen des Körpers (insbesondere beidseitig der Wirbelsäule) soll die Schröpftherapie zur Harmonisierung des Vegetativums und zur Regulation bei funktionellen Beschwerden innerer Organe beitragen.